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Zweiter Band der Geschichtsblätter ist der Initiative „Stammheim ist bunt“ gewidmet – Heidenfeld – Im Reigen der vielen Veranstaltungen zum Kriegsende vor 70 Jahren hob sich die des Historischen Vereins Heidenfeld hervor. Im vollbesetzten Pfarrheim hatte der Gedenkabend direkt am Jahrestag einen bedrückend aktuellen und doch ermutigenden Anstrich, erhielten doch die eingangs vom 2. Vorsitzenden Martin Weth zitierten berühmten Worte des verstorbenen Bundespräsidenten Weizäckers vom 8. Mai als „Tag der Befreiung“ unter dem Banner von „Stammheim ist bunt“ eine ganz besondere solidarische Bedeutung.

Sehr entschiedenen bekräftigten auch Landrat Florian Töpper und  Bürgermeister Albrecht Hofmann ihre Solidarität und ein weiteres friedliches Zeichen setzte dann noch Kreisheimatpfleger Stefan Menz, widmete er doch als Vorsitzender den zweiten Band der vom Historischen Verein herausgegebenen Geschichts- blätter der Stammheimer Initiative. Die Quellenedition beinhaltet Kriegsberichte zum Einmarsch der amerikanischen Streitkräfte in der Region im April 1945 aus Sicht der Pfarrer aus Hirschfeld und Stammheim, sowie der Erlöserschwestern, dazu ganz frisch: den Einmarschbericht vom Grettstadter Pfarrer Karl Spieler, den Ruth Volz erst wenige Tage zuvor in der Chronik Spielers im Gemeindearchiv Grettstadt entdeckt hatte. Nahezu alle Pfarrer der Diözese gerieten zwischen 1933 und 1945  in Konflikt mit dem nationalsozialistischen Regime und so gingen auf Anforderung vom Bischöflichen Ordinariat trotz der fast 500 Pfarrämtern nur 141 Berichte ein, die die Geschehnisse der letzten Kriegstage dokumentieren. Die lagern nun im Würzburger Diözesanarchiv, seit ein paar Tagen hat sich die Zahl Dank Ruth Volz auf 142 erhöht. Gerade für Historiker wie Stefan Menz sind diese Schriftstücke von unschätzbarem Wert, dokumentieren doch die teils handschriftlichen Abhandlungen die damalige Situation sehr detailliert. Viele Recherchestunden hat Menz im Würzburger Staatsarchiv, eine „Fundgrube“ und dem Diözesanarchiv verbracht, Zeitzeugenberichte gesichtet und Sekundärliteratur gewälzt. Gestützt von den Ausführungen der Zeitzeugen Rita und Erich Krenzer, die am Gedenkabend – eine schöne Idee – im Interview mit Sarah Heuler, Laura Büttner und Rahel Reinhardt von der 8M der Mittelschule Bergrheinfeld die letzten Kriegstage aus ihrer damals kindlichen Sicht aufleben ließen, gelang am Veranstaltungsabend ein eindrucksvolles atmosphärisch dichtes Porträt der letzten Kriegstage. Viele der Erlebnisse sind noch heute präsent, wie die Antworten des Ehepaares zeigten: Tote, die man gesehen hat, Gefühle, Ängste und Verluste, aber auch die Erinnerungen an nette Gesten kommen hoch, die das ganze weitere Leben geprägt haben. Eine lebendige Ergänzung zur wichtigen – so Landrat Töpper - ortsgeschichtliche Aufarbeitung, die den schönen Titel „Revision durch Edition“ trägt und gegen einen Unkostenbeitrag von 4 Euro erhältlich ist. Von den Herausgebern werden die Geschichtsblätter als Dienstleistung für die Pfarreien und Gemeinden des Landkreises Schweinfurt bezeichnet und sind doch so viel mehr. Gerade vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Stammheim ist es wichtig, Vergangenes zu dokumentieren und nicht zu vergessen oder,  um es wie es Martin Weth mit August Bebels Worten zu sagen: „Wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“. Dank „Glücksfall“ Stefan Menz, seinem akribischen Geschichtsinteresse und dem jungen Historischen Verein ist diese Vergangenheit in Heidenfeld wieder etwas präsenter geworden. Als Zeichen des friedlichen Widerstands gegen Rechts überreichte Menz zum stimmigen Abschluss des Gedenkabends, der musikalisch von der Blaskapelle Heidenfeld umrahmt wurde,  die ersten druckfrischen Exemplare „Revision durch Edition“ neben Landrat und Bürgermeister an Burkhard Krapf von der Initiative „Stammheim ist bunt“, dazu nutzte Pfarrer Andreas Engert von der Pfarreiengemeinschaft Marienhais noch die gute Gelegenheit, um alle zu einer ökumenischen Pfingstvesper am Pfingstsonntag um 16 Uhr am Weiher in Stammheim zu laden, zeitgleich wollen „Die Rechte“ ihre Landesparteizentrale dort eröffnen (wir berichteten). Mit der Bayernhymne und der deutschen Nationalhymne fand der offizielle Teil ein stimmiges Ende, anschließend gab es beim Stehempfang noch die Möglichkeit für gute Gespräche.   

Daniela Schneider

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