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Asyl: Kinder brauchen Sicherheit – „Ohne große Wallungen“ habe man seit über 20 Jahren in Röthlein Asylbewerber untergebracht, berichtet Bürgermeister Albrecht Hofmann. Seit kurzem sind nun auch im Röthleiner Ortsteil Heidenfeld zwei Asylbewerber-Familien eingetroffen und beschäftigen die dortige Bevölkerung.

Wie können wir helfen, was sollen wir tun? Diese Fragen wurden an Kreisheimatpfleger Stefan Menz herangetragen und im historischen Verein diskutiert. Nun sei dieser Verein aufgrund seiner Ausrichtung ja nicht gerade der Ansprechpartner für Asylfragen, meinte Menz, helfen wolle man aber dennoch; und so rief Menz alle, die sich engagieren wollen, zusammen, um einen „Helferkreis Asyl“ ins Leben zu rufen.

Menz hat sich bereits mit Ehrenamtlichen aus anderen Gemeinden ausgetauscht und in einem ersten Schritt eine Mailadresse eingerichtet, bei der sich alle Hilfswilligen melden können: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Auch konkrete Hilfsangebote hat er schon gesammelt. Bernd Wehner beispielsweise stellt einen Sprinter zur Verfügung, wenn eine Transportmöglichkeit gebraucht wird.

Zum ersten Treffen des Helferkreises kamen immerhin schon 20 potenzielle Helfer, die meisten aus Heidenfeld. Menz hatte Monika Hofmann eingeladen, die in der Asylbewerber- und Flüchtlingsberatung der Diakonie Schweinfurt arbeitet und für den Landkreis Schweinfurt zuständig ist. „Ich bin tief beeindruckt, dass hier so viele Menschen sind“, sagte Hofmann. Sie klärte über das Asylverfahren auf und stellte sich den Fragen.

Eine Frage war zum Beispiel, ob der Sportverein die Asylbewerber zu seinen Festen einladen und ihnen Essenbons geben soll, wenn es dort doch nur Schweinefleisch gibt? Hofmann meinte, das Wichtigste im Umgang mit den Flüchtlingen sei, sensibel zu sein, denn sie hätten viel Schweres hinter sich. „Nicht jeder Flüchtling ist Moslem, fragen sie einfach nach, wie das ist mit dem Schweinefleisch.“ Gleichzeitig warnte sie vor einer Ungleichbehandlung in der Gemeinde. Die Asylbewerber stehen nicht völlig mittellos da. Asylbewerber erhalten ein sogenanntes Taschengeld in Höhe von 140 Euro. Dies soll die „soziokulturelle Teilhabe“ ermöglichen. Wenn der Sportverein also Bons ausgeben wolle, dann auch für die Sozialhilfe-Empfänger in der Gemeinde, riet Hofmann.

Jürgen Beck, Vorsitzender des St. Johannis-Vereins, schilderte die Probleme im Kindergarten. Vier Kinder von Asylbewerbern seien in der Regelgruppe, aber die könnten nicht viel mehr als Ja und Nein sagen. Den Eltern hatten die Erzieherinnen deutlich gemacht, dass die Kinder etwas zu essen mitbringen müssten, aber sie kamen dann mit einer Tüte Chips. Hofmann brach eine Lanze für das pädagogische Personal, das „ohnehin am Limit arbeitet und nun noch mehr gefordert ist“. Sie bot die Unterstützung der Diakonie an, die Kindergartenpersonal auch coachen würde. „Für die Kinder ist allein der Kindergartenplatz schon ein Segen, eine sichere Umgebung, Strukturen und Verlässlichkeit, mehr braucht es am Anfang nicht“, betonte sie.

Claudia Enulat bemerkte, dass die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern nicht nur Vorteile habe. So müsse man von Heidenfeld aus weit fahren, um einzukaufen. Hofmann wies auf die Möglichkeit hin, für die Asylanten Tafelscheine zu beantragen und sich mit der Schwebheimer Bürgerhilfe in Verbindung zu setzen, die zweimal die Woche einen Fahrdienst zur Tafel aufgebaut hat.

Was könne man für eine 18-jährige Asylantin tun, der „furchtbar langweilig“ sei, weil sie eigentlich nur Fernsehen könne, fragte Christine Schöberl. Auch hier gab Hofmann Tipps: eine Familienmitgliedschaft im Sportverein könnten sich die Asylbewerber durchaus leisten, besondere Wünsche wie Tanzen seien aber nicht möglich.

„Es gibt noch viel zu besprechen, um Hilfe in sinnvolle Bahnen zu leiten“, stellte Menz nach eineinhalb Stunden fest und so wurde ein weiteres Treffen in 14 Tagen vereinbart, zu dem auch Monika Hofmann ihr Kommen zugesagt hat.

Ursula Lux

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