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Würdiger Gedenkabend in Heidenfeld – Martin Weth konnte im voll besetzten Pfarrheim die Gäste aus nah und fern begrüßen, viele Vertreter aus Kirche und Politik waren gekommen. Allen voran der Ehrengast des Abends, Landrat Florian Töpper mit Kreisräten und Bürgermeister aus dem südlichen Landkreis Schweinfurt, viele Gemeinderäte aus Röthlein und Heidenfeld, die Pfarrer aus den großen Pfarreiengemeinschaften rund um Grettstadt, Heidenfeld und Stammheim, die Erlöserschwestern mit Pfarrer Richard Baunach, Sr. Agnella Kestler aus dem Antonia-Werr-Zentrum in St. Ludwig und die 2. Bürgermeisterin von Wipfeld, die jungen Leute der Aktion „Stammheim ist bunt“, Bürgerinnen und Bürger aus Röthlein, Heidenfeld, Gernach, Gerolzhofen, Hirschfeld, Grettstadt, Grafenrheinfeld, Schwebheim, Werneck, Stammheim, Zeilitzheim und Unterspiesheim. Die Gästeliste ließe sich noch fortschreiben, der südliche Landkreis Schweinfurt war jedenfalls mit Rang und Namen ausgezeichnet vertreten.

Die Blaskapelle Heidenfeld unter der Leitung von Günther Dotzel verlieh dem Gedenkabend einen feierlichen Rahmen, der von allen Anwesenden sehr gelobt wurde.

Nach der kurzen und inhaltlichen Einführung des Zweiten Bürgermeisters Martin Weth hatten die Zeitzeugen das erste Wort: Drei Schülerinnen aus der Mittelschule Holderhecke Bergrheinfeld inter- viewten das Zeitzeugenehepaar Rita und Erich Krenzer aus Heidenfeld, die ihre Erlebnisse vom Einmarsch der Amerikaner aus Heidenfelder und Grafenrhein- felder Sicht schilderten. Gebannt lauschten die Zuhörer den Erleb- nissen und Bildern, die das Ehe- paar den Schülerinnen nahe brachten. Lang anhaltender Applaus belohnte die Schülerinnen und das Ehepaar Krenzer für das beeindruckende Zeitzeugeninterview.

Bürgermeister Albrecht Hofmann verwies in seinem Grußwort auf das Glück, seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit zu leben und auch auf das Geschenk, dass aus Feinden Freunde wurden, wie der Besuch unserer französischen Freunde aus Cormelles le Royal am nächsten Wochenende wieder beweist.

 

Landrat Florian Töpper, Ehrengast des Gedenkabends, hob besonders das Engagement des Historischen Vereins und das Gespräch mit den Zeitzeugen hervor, für ihn ein wertvoller und niveauvoller Abend mit nachhaltiger Wirkung. Jetzt sei es noch an der Zeit, Zeugen von damals zu hören und ihre Erfahrungen als Mahnung aufzunehmen. Eine Mahnung für die Demokratie, für die Freiheit und den Einsatz für den Frieden. So begrüßte er auch die Solidarisierung mit der Aktion „Stammheim ist bunt“ und hielt fest, dass im Landkreis Schweinfurt kein Platz für Extremismus sei. Er ermunterte alle Bürgerinnen und Bürger, sich mit allen friedlichen und demokratischen Mitteln gegen Geschichtsklitterung und Einschüchterung zu wehren.

Kreisheimatpfleger Stefan Menz ging in seinem Vortrag mit dem Titel „Wertvolle Quellen: Die Berichte zum Kriegsende 1945 der Pfarrer von Hirschfeld, Grettstadt und Stammheim sowie der Erlöserschwestern des Klosters Maria Hilf Heidenfeld – eine Auswertung“ auf die Funde der Kriegs- und Einmarschberichte von Pfarrern der Diözese Würzburg ein, die er in den wochenlangen Archivrecherchen gewinnen konnte. Als Glücksfall erwies sich die Ortschronik Pfarrer Spielers von Grettstadt, die von Ruth Volz aus Grettstadt, im Gemeindearchiv gefunden und an Kreisheimatpfleger Menz weitergeleitet wurde. In dieser Chronik konnte eindeutig ein bislang unbekannter Kriegs- und Einmarschbericht identifiziert werden. Auch die Kriegs-Chronik von Pfarrer Isidor Schöller erfuhr viel Beachtung. War doch bislang nur wenigen bekannt, dass Hirschfeld am Kriegsende nach St. Ludwig evakuiert wurde. Pfarrer Schöller hat sich selbstlos für seine Pfarrgemeinde eingesetzt und persönlich in St. Ludwig für „seine Hirschfelder“ um Asyl gebeten. Durch seinen lebhaften und frei gehaltenen Vortrag mit Kartenmaterial der amerikanischen Streitkräfte aus 1945 führte Menz zu den Geschichtsblättern aus der Großgemeinde Röthlein hin, deren 2. Band nun neben der berühmten Rede Richard von Weizsäckers vom 8. Mai 1985 die Veröffentlichung der Kriegs- und Einmarschberichte enthält. Martin Weth und Stefan Menz konnten das erste Exemplar an Landrat Töpper und vielen Ehrengästen feierlich überreichen. Auch die Aktion „Stammheim ist bunt“ erhielt ein Exemplar – die Geschichtsblätter sind „Stammheim ist bunt“ gewidmet als Zeichen der Solidarität aus der Großgemeinde Röthlein.

Mit dem Singen der Bayernhymne und der Deutschen Nationalhymne wurde der offizielle Teil des Gedenkabends feierlich abgeschlossen. Der Historische Verein lud daraufhin zu einem Stehempfang ein, der noch bis in die späten Abendstunden andauerte. Viele Geschichten und Erinnerungen an eine schwere Zeit wurden ausgetauscht. Ein interessanter, beeindruckender und niveauvoller Abend mit vielen bewegenden Erinnerungen war zu Ende gegangen.

Der 2. Band der Geschichtsblätter aus der Großgemeinde Röthlein mit den veröffentlichten Kriegs- und Einmarschberichten aus dem Jahr 1945 kann zum Selbstkostenpreis von 4,00 € beim Vorstand des Historischen Vereins erworben bzw. unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden. 

 

Stefan Menz


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